Finya Erfahrungsbericht

Nachdem ich längere Zeit bei anderen Portalen angemeldet war, wollte ich mal wieder was Neues probieren, jedoch wenn möglich ohne Kosten. Eine Kollegin machte mich auf Finya.de aufmerksam und nach ihrer Meinung war die Plattform auch durchaus vorteilhaft. Ich schaute mir das Ganze dann mal unverbindlich an und bereits kurze Zeit später war ich registriert.

Die Anmeldung ist sehr umfangreich, wobei man jedoch nicht alles ausfüllen muss. Es werden wie bei jeder anderen Plattform auch die Standarddaten abgefragt. Finya hat jedoch auch noch einige andere Fragen parat. Man kann zum Beispiel seine Lieblingsmarken auf der Seite verlinken. Die Statusmeldungen sind auch noch etwas ganz besonderes. Erst gibt man an, wie man sich fühlt (gut, schlecht, müde usw.) und dann kann man noch angeben, worauf man grade Lust hat. Das kann zum Beispiel Kino oder ein Dinner zu zweit sein, aber auch Lust auf Küssen und Kuscheln kann vermerkt werden. Das Feature gefiel mir schon mal sehr gut.

Die eigene Seite wird in vier Bereiche unterteilt. Basisdaten, Fotos, die 100 Fragen sowie das Gästebuch, wo andere Mitglieder Nachrichten hinterlassen können. Die 100 Fragen sind nochmal was Besonderes, hier geht Finya wirklich ins Detail. Es müssen nicht alle Fragen beantwortet werden, manche Mitglieder geben gar keine Antworten an. Natürlich finden sich hier einige Standardfragen wie auf anderen Portalen auch. Aber nicht alle sind so einfach zu beantworten. Man wird nach seinen Wünschen und Träumen gefragt, nach dem Lieblingsduft, -autor und –film, nach der Vorstellung von einem perfekten Wochenende… Es dauert natürlich einige Zeit, bis man hier alles beantwortet hat und ich habe auch nicht alle Fragen ausgefüllt.

Bei Finya gab es eigentlich nur einen interessanten Kontakt, Markus. Einige Jahre jünger als ich, er war grade mitten im Abitur, als wir uns kennen lernten. Wir schrieben einige Zeit, fingen dann an, uns auch per SMS zu unterhalten und telefonierten oft. Trotz des Altersunterschieds machte er einen sympathischen und recht erwachsenen Eindruck auf mich. Mit seinen sexuellen Vorlieben konnte ich mich nicht wirklich anfreunden: er war in der BDSM Szene unterwegs. Nun ja, mit 18 Jahren experimentiert man halt auch noch gerne, dachte ich.

Auf jeden Fall wollten wir uns dann endlich treffen. Wir hatten uns in einem Café verabredet. Ich ging also hin und warte auf ihn. Und wartete und wartete… er tauchte einfach nicht auf. Nach einer halben Stunde hatte ich genug davon und fuhr wieder nach Hause. Zwei Stunden später erreichte mich die Nachricht von ihm, dass seine Mutter ihn nicht aus dem Haus gelassen hätte, weil er lernen sollte. Damit war für mich die Sache bereits abgeschlossen. Doch wir schrieben trotzdem noch eine Weile weiter und ich ließ mich zu einem erneuten Versuch für ein Treffen überreden. Diesmal wollten wir uns bei mir an der Bahnstation treffen. Ich kann von meinem Balkon genau auf die Station blicken und diesmal blieb ich also zu Hause und schaute aus dem Fenster, ob ich ihn sehen würde. Der verabredete Zeitpunkt kam und ging vorbei. Kein Markus weit und breit zu sehen. Wieder einige Stunden später erneut eine Nachricht. Letzte Nacht war er mit einigen Kumpels unterwegs gewesen und angeblich hätte ihm jemand K.O.-Tropfen in seinen Drink geschüttet, er war die Nacht also im Krankenhaus und konnte sich deshalb auch nicht vorher melden. Wieder nichts.

Ein letztes Mal gab ich ihm noch die Chance (ich weiß, ihr denkt wahrscheinlich längst warum ich so doof war und das überhaupt getan habe) auf ein neues Treffen. Gleicher Treffpunkt, gleiche Vorgehensweise meinerseits. Inzwischen hatte er mir am Telefon seine unendliche Liebe gestanden. Genau wie beim letzten Mal tauchte er jedoch nicht auf. Die Ausrede diesmal? Er war noch so schwach von den K.O.-Tropfen, war morgens beim Arzt und musste Blut abgeben zur Untersuchung und daraufhin war er im Bus ohnmächtig geworden. Um dies erneut zu vermeiden, wurde er wohl von seiner Mutter ein paar Stunden später zum Bahnhof gefahren und genau dann hatten die beiden einen Autounfall.

Ich hatte endgültig die Nase voll und brach den Kontakt ab. Das einzig gute aus der Geschichte: Ich amüsierte mich köstlich mit meinen Freundinnen, als ich die Geschichte bei ein paar Drinks erzählte.

Anna Müller

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