Annas Erfahrungen mit Secret.de

Heute haben wir die Ehre, eine Gastschreiberin bei uns begrüßen zu dürfen – Anna.

Sie wird hier ab und zu über ihre Erfahrungen aus dem (Online)-Dating berichten. Der erste Artikel dreht sich um secret.de – aber lest selbst:

 

Nach einiger Zeit im Online-Dating-Dschungel bei diversen Portalen wie match.com, Finya und ElitePartner entschloss ich mich dazu, der ernsthaften Suche nach dem Traumpartner etwas Ruhe zu gönnen und mal neue Sachen zu probieren. Casual Dating reizte mich nun schon seit einer Weile, die Neugier überwiegte schließlich und ich meldete mich bei secret an.

Über die Anmeldung bei secret wurde hier ja bereits ausführlich berichtet. Jedoch möchte ich trotzdem kurz darauf eingehen.

Das Anmeldeformular ist unglaublich umfangreich, alles in allem dauerte die Anmeldung ca. eine Stunde. Über viele Fragen musste ich mir erst Gedanken machen, manches hatte ich so noch gar nicht in Betracht gezogen. Wo liegen meine Tabus im sexuellen Bereich, was reizt mich und was ist für mich schon selbstverständlich, das andere vielleicht als exotisch ansehen? Welche Voraussetzungen soll der Partner mitbringen, wie stehe ich zu Körperschmuck, wo ist meine Schmerzgrenze und will ich Sex mit Schmerzen verbinden? Lack, Leder, BDSM, Fotos, Filme, Dirty Talk… hier scheint wirklich jeder auf seine Kosten kommen zu können.

Ein sinnlicher Benutzername war schnell gefunden. Nur welches Bild lädt man am Besten in die Galerie hoch? Wie sexy oder freizügig soll es sein? Ich entschied mich dann doch für ein nicht so freizügiges Bild, trotzdem sexy meiner Meinung nach und legte eine verführerische Maske über mein Bild. Die anderen Bilder legte ich in die Galerie, die nur nach Versand des Schlüssels sichtbar ist.  Ich hätte als Vergleich gerne mal die Profile der anderen Frauen gesehen.

Und dann ging es auch schon los. Die Bedienung des Portals ist sehr übersichtlich und einfach gestaltet. Vom Design und der Vorgehensweise hat es mir sehr gut gefallen. Die ersten Funktionen sind alle kostenlos und ich habe es über meine gesamte Anmeldezeit hinweg geschafft, kein Geld reinstecken zu müssen. Für die tägliche Anmeldung bekommt man Credits gutgeschrieben, genauso wie für einige andere Funktionen (Newsletter usw.). Grußkarten kann man für 9 Credits verschicken, die ersten Nachrichten zwischen den Kontakten sind kostenlos und dann kann man immer noch auf andere Kommunikationswege ausweichen, wenn einem das Ganze zu teuer wird. Was mir persönlich gefehlt hat war eine Chatfunktion. Man kann nur Nachrichten versenden, jedoch muss die Seite jedes Mal neu aktualisiert werden, wenn neue Nachrichten vorliegen. Mir ist es öfters passiert, dass ich nach dem Abschicken einer Nachricht erst gemerkt habe, dass mein Gegenüber schon wieder was Neues geschrieben hatte.

Als Frau hat man es hier sehr leicht, Kontakte zu knüpfen. Nach meiner Erfahrung kommen auf eine Frau geschätzte 10 Männer – mindestens. Man braucht gar nicht aktiv zu suchen, die Nachrichten überschlagen sich teilweise nahezu. Es herrscht eindeutig ein Überschuss an Männern. Doch wie bei jedem Flirt im Internet ist hier mit Sorgsamkeit und Vorsicht vorzugehen. Gut ein Drittel aller Anfragen habe ich gleich mal wieder gelöscht. Auch wenn es hier um Casual Dating geht, war mir ein gewisser Standard und Respekt voreinander wichtig. Ich will den Mann zwar nicht heiraten und bin auch nicht auf der Suche nach einer festen Beziehung, das heißt aber noch lange nicht, dass ich mit jedem ins Bett springe. Leider scheint das jedoch die vorherrschende Meinung der Männer aus dem Casual Dating Bereich zu sein. Gerade durch die Möglichkeit, sich seinen Sexpartner übers Internet zu suchen ist man doch in der einmaligen Lage, vorher über sexuelle Vorlieben und Tabus zu sprechen, bevor einem die böse Überraschung im Bett trifft. Und wenn man feststellt, dass das nicht zu den eigenen Vorstellungen passt, ist noch nichts passiert und man kommt relativ einfach wieder aus der Sache raus.

Ich war ca. zwei Monate bei secret angemeldet. Kontakte gab es in dieser Zeit mehr als genug, über Telefon, E-Mail, Skype oder sonstige Kommunikationswege. Viele Angebote, manche verlockend, andere unseriös. Männer, die nur als Duo auf die Suche nach 3ern sind; solche, die nur Sex vor der Webcam haben wollen; andere, die Nacktfotos verschicken und dasselbe von dir erwarten; aber auch anhängliche, die nach dem Abmelden nicht locker lassen und es auch weiter versuchen, wenn man selbst inzwischen glücklich in einer festen Beziehung ist. Getroffen habe ich mich letztendlich mit drei Männern. Und jeder von ihnen war eine eigene, unterhaltsame Geschichte.

Angefangen hat es mit Sebastian, 28 Jahre, wohnte ca. 100 Kilometer von mir entfernt. Das wäre mir persönlich schon mal viel zu viel Aufwand gewesen, die weite Strecke nur für Sex auf mich zu nehmen. Jedoch hat Sebastian mir erzählt (und das wurde von einigen anderen Kontakten bestätigt), dass viele Frauen sich zwar anmelden, aber dann doch nicht zu einem Treffen bereit sind. Erst heiß machen und dann fallen lassen, wie man so schön sagt. Viele konnten sich nicht mal zu einer Antwort auf die Flirtnachricht durchringen. Und es lag sicherlich nicht daran, dass Sebastian ein älterer Herr mit Bauchansatz und Glatze war. Nein, es erwartete mich ein durchaus attraktiver, blonder, junger Mann. Nicht unbedingt durchtrainiert, aber bei weitem nicht dick. Die Männerwelt muss wohl auch aufpassen, nicht an professionelle Damen bei secret zu gelangen, wie Sebastian mir erzählte. Wir tauschten einige Nachrichten aus, sprachen über unsere Entscheidung uns bei secret anzumelden, über Vorlieben und Tabus. Schnell war klar, dass wir diesbezüglich auf einer Wellenlänge lagen. Wir fingen an, uns auch übers Telefon zu unterhalten und verstanden uns sehr gut. Auf Grund der Distanz überlegten wir uns, ein Wochenende zusammen zu verbringen. Wenn es zum Sex kommen sollte, gut – wenn nicht, auch nicht schlimm. Wir wussten beide, was wir wollen und nicht wollen. Ich lud ihn also zu mir ein. Das kostete mich einiges an Überwindung, schließlich war er ja ein wildfremder Mann. Doch ich sprang über meinen Schatten. Eines Freitag abends war es dann also soweit. Ich sollte meine erste secret Erfahrung machen. Er reiste spät an und die Sympathie war auch persönlich gleich da. Wir legten einen Film ein und kuschelten uns auf die Couch. Die Anziehung war da und es ging recht schnell zur Sache. Und ich muss sagen: durch das vorherige Abchecken der Vorlieben wusste ich genau was mich erwartete, was die Sache jedoch nicht langweilig machte. Einige Stunden später jedoch drehte sich das Blatt. Ich lernte die moderne Version des „Ich geh nur schnell Zigaretten kaufen“ lernen – „Ich muss kurz mein Auto umparken, ich steh‘ im Halteverbot“. Mit diesem Spruch verabschiedete er sich und tauchte dann auch nicht mehr auf. Und ich verbrachte die restliche Nacht alleine im Bett.

Mein zweiter Kontakt war Alex, ein sehr verschlossener und auf Diskretion bedachter 27-jähriger. Den richtigen Namen weiß ich bis heute nicht. Hier blieb es auch bei einem Treffen, obwohl das Ganze am Anfang eher auf Friends with Benefits ausgelegt war. Er wohnte ganz bei mir in der Nähe, was sich im Nachhinein als großer Nachteil herausgestellt hat. Man trifft sich doch öfters mal auf der Straße oder in der Bahn, was manchmal etwas unangenehm sein kann.

Den letzten Kontakt hatte ich mit Olaf. Danach war für mich Schluss.

Olaf stellte sich als sympathischer, netter, junger Mann vor. Ca. 35 Jahre, selbstbewusst und wie sich nachher herausstellte, verlogen. Für mich war immer wichtig, dass die Männer, mit denen ich mich traf, die gleichen Vorstellungen von der Sache zwischen uns hatten. Ich wollte jeglichen Stress vermeiden. Das war bei dieser Geschichte leider nicht möglich.

Wir hatten einige Nachrichten ausgetauscht und beschlossen dann, uns mal zu treffen. Er lud mich zum Essen ein und hier war schon klar, wo der Abend enden würde. Wir fuhren also zu mir nach Hause und vergnügten uns dort weiter. Nach dem Sex kam dann für mich jedoch das absolute Tabu. Als Olaf sich wieder anzog, holte er nämlich seinen Ehering aus der Hosentasche. Er hatte „vergessen„ zu erwähnen, dass er verheiratet war und auch Kinder hatte. Angeblich waren die beiden wohl in einer offenen Beziehung, also war Sex mit anderen erlaubt, ja sogar erwünscht. Das war für mich jedoch ein absolutes Tabu. Ich schmiss ihn also aus der Wohnung und für mich war die secret Sache damit erledigt.

Das scheint jedoch auch eine der großen Hauptgruppen bei Casual Dating Plattformen auszumachen. Männer, die in ihrer Beziehung nicht das bekommen, was sie brauchen oder wollen und sich das dann woanders holen. Das ist ja auch jedem selbst überlassen und ich will hier auch niemanden verurteilen, jedoch kommt für mich so etwas nicht in Frage und ich hätte vorher gerne die Wahl gehabt, ob ich da mitmachen will oder nicht.

Insgesamt fällt mein Urteil über Casual Dating Websites jedoch positiv aus. Man kann ganz unkompliziert und unverbindlich im Netz nach einem Sexpartner stöbern. Mit wem man sich schließlich trifft, ist ja jedem schlussendlich selbst überlassen. Das meine Partner sich überwiegend als Vollpfosten erwiesen haben, trügt mein Urteil nicht. Ich kann jedem, der hier mal schnuppern oder Erfahrungen sammeln möchte, die Seite secret nur empfehlen.

Anna Müller

Diesen Inhalt teilen:

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>